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Neuland 05/2009 - Region Dresden

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Johannes Pohl, 58, Geschäftsführer Stadtentwässerung Dresden

"Ich habe immer wieder versucht, aus der staatlichen Disziplinierungsmaschinerie auszubrechen. In den frühen achtziger Jahren fand ich den Freiraum im Ökumenischen Friedenskreis der Katholischen Kirche. Damals hieß unsere Losung "Schwerter zu Pflugscharen", wir haben unter anderem gegen die Militarisierung der Gesellschaft protestiert.

Mein Schlüsselereignis hatte ich bei der Kommunalwahl im Mai 1989. Wir sind in die Wahllokale gezogen und haben nachgezählt: Zirka 15 Prozent Gegenstimmen zur Kandidatenliste gab es in der Stadt, offiziell wurden daraus 1,5. Da war uns klar, dass wir aktiv werden müssen. Anfang Oktober, als die Züge mit den Botschaftsflüchtlingen durch die Stadt fuhren, war der Widerstand schon greifbar. Das Datum vergesse ich nie: Am 8. Oktober zogen Massen auf die Straße ­ und wählten Vertreter, die "Gruppe der 20". Die Revolution in Dresden war geboren.

Im Oktober gründete ich den "Demokratischen Aufbruch" mit und beteiligte mich bei der Auflösung der Bezirksverwaltung der Stasi. Ich war Mitglied der basisdemokratischen Fraktion, geboren aus der Gruppe der 20. Ich blieb in der Politik, war Stadtverordneter und Umweltdezernent in Dresden bis 1994. Und: Ich habe aus der friedlichen Revolution gelernt: Schau genau hin, halte nichts für gegeben und suche immer nach Alternativen."